27.2.2015 : hier schon erste Impressionen von Riem: noch alles in Winterruhe, aber eine Mangoldwurzel treibt schon wieder aus und auch winzige blaue Blüten waren zu sehen ... (natürlich kein Vergleich zu den Krokussen am Tag davor ...).
Für die vielen Neulinge auf der -->Infoveranstaltung in Neuperlach : die Pfefferminze (ein Un.. äh Beikraut) auf dem Bild erwähne ich lieber nicht :-)
Campact-Unterschriftenaktion: keine Gülle ins Trinkwasser
Wir KrautgärtnerInnern dürfen keinen Mineraldünger verwenden, was schon einen guten Teil der Nitratbelastung des Wassers vermindert. Industrielle Massentierhaltung bringt an anderer Stelle allerdings noch Nitrat-Belastungen, die mit einer Düngemittelverordnung vermieden werden könnte.
Die EU schlägt Alarm: Deutschland ist beim Nitrat im Grundwasser zusammen mit Malta Schlusslicht. Die jüngsten Zahlen zeigen: Der vorgeschriebene Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter Wasser wurde an mehr als der Hälfte aller von der EU überwachten Messstellen überschritten. Damit verstößt Deutschland gegen die Wasser-Rahmenrichtlinie der EU und bringt unser wertvollstes Nahrungsmittel in Gefahr. Agrarminister Christian Schmidt verhandelt mit den Bundesländern derzeit über Gegenmaßnahmen. Doch die Agrarindustrie läuft Sturm gegen strengere Regeln. Wir können unser Wasser retten - wenn wir Bürger/innen jetzt einschreiten und gegen Tierfabriken streiten.
Wo liegt das Problem, wenn zuviel Nitrat im Grundwasser ist?
In Deutschland wird 70 Prozent des Trinkwassers aus Grundwasser gewonnen. Dabei lässt sich Nitrat nur unter großem Aufwand und hohen Kosten aus dem Grundwasser filtern. Noch behelfen sich die Wasserwerke damit, stark nitrathaltiges Wasser mit weniger belastetem Wasser zu vermischen und so den Schnitt zu senken. Andere bohren immer tiefere Brunnen. Doch beides ist langfristig keine Lösung. Wenn die Politik nicht handelt, landet über kurz oder lang zu viel Nitrat im Trinkwasser.
Nitrat im Trinkwasser schädigt unsere Gesundheit. Bei Säuglingen wird Nitrat im Magen in giftiges Nitrit umgewandelt, das den Sauerstoffgehalt im Blut senkt und zu einer lebensgefährlichen Blausucht führen kann. Aber auch Erwachsene sind betroffen. Im Magen verbinden sich Nitrite mit Aminen zu Nitrosaminen. Diese können schon in winzigen Mengen Krebs erzeugen.
Woher kommt das viele Nitrat im Grundwasser?
Landwirte bringen mineralischen Dünger und Wirtschaftsdünger (Gülle und Mist) auf ihre Felder aus, um die Ernte zu steigern. Doch seit einiger Zeit gilt die Devise Je mehr, desto besser nicht mehr. Denn wenn zu viel Stickstoff im Boden landet, wird er als Nitrat in tiefere Bodenschichten ausgewaschen und landet irgendwann im Grundwasser. Nitrat im Grundwasser ist daher eine Folge der Gülleschwemme auf den Feldern.
Doch warum bringen die Landwirte dann nicht weniger Stickstoff auf die Felder? Der Grund ist einfach: Der Boom der industriellen Tierhaltung. Tierfabriken und Megaställe sind auf dem Vormarsch. Pro Jahr fristen in Deutschland 750 Millionen Tiere ihr Dasein in der Massentierhaltung. Tendenz steigend. Die Agrarindustrie will beispielsweise die Stallplätze für Masthühner in den nächsten Jahren um 60 Prozent erweitern. Ähnlich sieht es in der Schweinehaltung aus. Megaställe mit mehreren zehntausend Tieren sind keine Seltenheit mehr. Deren Exkremente wollen entsorgt werden. Die Agrarindustrie kippt die Gülle auf die Felder und was die Pflanzen nicht aufnehmen können, geht größtenteils ins Grundwasser.
Die Energieerzeugung durch Biomasse verstärkt das Problem. Die Gärreste aus den Biogasanlagen müssen nach geltendem Düngerecht nicht vollständig angegeben werden. Die Folge: Die Überschüsse an Gülle werden teils als Biogas-Gärreste getarnt auf den Äckern verklappt. Die Anzahl der Anlagen hat sich in den vergangenen 10 Jahren vervierfacht. Auch dies trägt zu der Nitratschwemme im Boden bei.
Die Bundesregierung ist gerade dabei, die Düngeverordnung zu ändern. Wird das das Problem lösen?
Bislang scheut die Bundesregierung den Konflikt mit der Agrarindustrie. Erst als die EU-Kommission wiederholt mahnte und mit einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof drohte, kam Bewegung in die Sache. Lange versuchte die Regierung, mit der Kommission einen Weg auszuhandeln, wie die Dünge-Regeln möglichst wenig verschärft werden könnten, ohne eine Klage zu riskieren. Jetzt hat Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt einen Vorschlag für eine neue Düngeverordnung vorgelegt.
Und dieser Entwurf löst das Problem nicht:
Die vollständige Erfassung aller Nährstoffe, die in einen Betrieb hinein- und wieder herausfließen (Hoftorbilanz), ist nicht umfassend festgeschrieben. Damit wird die Verordnung zu einem schwarzen Loch für die Gülle: Zu viele Schlupflöcher ermöglichen es, den Abfall einfach kleinzurechnen.
Die Obergrenze für den Stickstoff-Austrag müsste klar bei 170 Kilogramm pro Hektar und Jahr festgelegt werden. Doch die Verordnung sieht viele Schlupflöcher bei der Berechnung vor. Insgesamt dürfen Betriebe um 50 Kilogramm überdüngen, ohne dass dies als Verstoß gewertet würde.
Überhaupt fehlt es an ausreichend Kontrollen. Verstöße werden kaum sanktioniert. So gibt es wenig Anreiz, sich an die Grenzwerte zu halten und die Behörden können nicht tätig werden.
Bei der letzten Reform der Düngeverordnung im Jahr 2006 wurden die Regeln für das Ausbringen von Gülle massiv abgeschwächt. Profitiert haben die großen Agrarkonzerne. Unter anderem wurde die so genannte Hoftorbilanz abgeschafft. Außerdem werden Verstöße seitdem nicht mehr bestraft. Beides müsste zunächst rückgängig gemacht werden.
Bei der Hoftorbilanz geht es darum, dass alle Nährstoffzugänge und Abgänge eines Betriebes erfasst werden. So kann ein/e Landwirt/in selbst viel einfacher kontrollieren, wie es um die Stickstoffbilanz bestellt ist. Seit ihrer Abschaffung gilt die Feld-Stall-Bilanz. Dabei bleibt aber einiges außen vor, etwa der Stickstoff, der über die Luft entweicht. Daher muss in einem ersten Schritt die Hoftorbilanz wieder eingeführt werden.
Dann muss sichergestellt werden, dass die a bsolute Obergrenze von 170 Kilogramm Stickstoffdüngung , die pro Hektar und Jahr erlaubt sind, auch wirklich alle in der Hoftorbilanz erfassten Stickstoffquellen reguliert. Dazu gehören dann Gülle, Jauche, Mist, Biogassubstrat, Kompost, Lufteinträge und mineralischer Dünger. Außerdem muss die Aufbringung von Dünger im Winter für mindestens 4 Monate verboten sein. Zu dieser Zeit nimmt der Boden den Stickstoff viel schlechter auf.
Schließlich helfen all diese Regeln aber nicht, wenn ihre Einhaltung nicht kontrolliert werden. Verstöße müssen daher überprüft und als Ordnungswidrigkeiten geahndet werden.
Über die Düngeverordnung hinaus braucht es weitere Maßnahmen: Es dürfen keine neuen Tiefabriken genehmigt werden und die Anzahl der Tiere, die ein Betrieb halten darf, muss an die Fläche seines Grün- und Ackerlandes gekoppelt sein.
Warum wehrt sich die Agrarindustrie gegen ein schärferes Düngerecht?
Die Agrarindustrie klagt bereits jetzt über steigende Kosten. Sie behauptet: Wenn die zulässige Stickstoff-Menge pro Hektar begrenzt wird, müsste mehr Gülle in andere Regionen exportiert werden - was nebenbei den Verkehr weiter verstärkt. Oder die Bodenpreise steigen, weil jede Tierfabrik mehr Fläche braucht, um ihren Müll abzuladen. Damit zeigt das Thema Überdüngung : Die industrielle Tierproduktion, die billiges Fleisch auf Kosten von Tier und Umwelt produziert, ist nicht nachhaltig. Das Problem lässt sich nur lösen, wenn wir das Wachstum der Megaställe bremsen und umkehren.
Dafür bietet die derzeit verhandelte Düngeverordnung einen guten Hebel . Während die Politik die Agrarindustrie sonst einfach gewähren lässt, steht sie hier unter Druck, tatsächlich etwas zu ändern. Unsere Chance, um den Tierfabriken den Hahn abzudrehen.
Wie können wir die Politik zu strengeren Düngeregeln bewegen?
Die Gelegenheit ist günstig. Weil Deutschland die Überarbeitung des Düngerechts zu lange vor sich hergeschoben hat, hat die EU ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet. Wenn die Regierung nicht bald einen Entwurf für eine neue Düngeverordnung vorlegt, der die Kommission zufriedenstellt, drohen erhebliche Strafen. In einem ähnlichen Fall musste Frankreich schon einmal 120.000 Euro Bußgeld pro Tag zahlen.
Von unten wiederum drängeln die Länder. Gerade die Bundesländer mit grüner Regierungsbeteiligung wünschen sich schärfere Regeln. Mit einem Bundesratsbeschluss haben sie die Regierung bereits im vergangenen Jahr zum Handeln aufgefordert. Und sie haben Verhandlungsmacht: Am Ende müssen sie der Düngeverordnung zustimmen.
Wenn es jetzt gelingt, ausreichend öffentlichen Druck auf die Regierung aufzubauen, steigt die Verhandlungsmacht der Länder weiter so dass die Regierung schließlich Ernst machen muss und der Agrarindustrie den Güllehahn abdreht.
Erfahrung hab ich nicht viel (ich rupfe auch das meiste aus, das ich nicht kenne; von Franzosenkraut, Vogelmiere, Wegerich hab ich gehört, dass man sie essen kann (Franzosenkraut und Miere hab ich schon probiert: scheckt sehr grün ;-) ...), insbesondere in Smoothies (aber lieber noch mal -->nachrecherchieren )), aber mir fällt dazu folgendes Event in BAL ein: -->Wildkräuterführung in Berg am Laim .
Man muss leider schon etwas aufpassen: eine Krautgärtnerin wies mich ja letzte Saison hin, dass ich ohne Zutun ein giftiges Beikraut auf meiner Parzelle hatte ... -->Link zum Ackerbericht Riem .
Es gibt ein Buch: "Essbare Wildkräuter und ihre giftigen Doppelgänger" (Kosmos Naturführer, ich füge es mal zu unserer Bücherliste hinzu. Ich hab das Buch und kann es mal zu einem -->ÖBZ Sonntagcafé ( -->vergangene ) mitnehmen, wenn Interesse besteht.
Ja die einzige Rechnung im Jahr auf die ich ganz gespannt warte ist heute bei mir angekommen! Jetzt würd ich am liebsten schon loslegen. Bis dahin muss ich mich halt weiter damit begnügen die Samenkataloge zu wälzen:)
Wenn wir weiter ungebremst wachsen, nehmen wir große Risiken in Kauf, meint der Klimaexperte Will Steffen. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos wird heute seine Studie zu den ökologischen Grenzen unseres Planeten vorgestellt. Zusammen mit 18 Wissenschaftlern warnt er, dass es schon in den nächsten 80 Jahren zu einem grundlegenden Wandel von Klima- und Ökosystemen kommen könnte.
Hallo Jonas, bei mir ist heute die Parzellenbestätigungangekommen. Hab auch schon ganz gespannt drauf gewartet.Freu mich schon auf's Pflanzen vorziehen. Aber das muss nochEin bisschen warten.Lg Silke
Film von Compact zu TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership)
Betrifft uns KrautgärtnerInnen auf vielen Gebieten: TTIP ist gegen Regulierung gerichtet, bringt uns also möglicherweise privatisiertes Wasser, Behinderung von Bio, Gentechnik, Saatgutkontrolle, Gift im Essen, Fracking, ..
Appell gegen TTIP (1,3 Mio haben bereits unterschrieben) :
dass es mitten drin ist, kommt daher, das ich auf etwas mittendrin geantwortet habe. Ich wollte es beisammen haben, damit man nicht jedes Jahr neu suchen muss, wann denn der Brief letztes Jahr kam.
Ok, wenn noch niemand etwas hat, muss ich auch noch nicht beunruhigt sein :-)
Viele Grüße, Jonas.
PS: eine E-Mail-Benachrichtigung zu einer Diskussion/Blog kommt
1) wenn man an einer Diskussion bereits beteiligt war (oder Antwort auf Blog)
2) oder wenn eine neue Diskussion in einer Gruppe begonnen wurde in der mal Mitglied ist.
3) oder wenn man auf "Folgen" geklickt hat (links neben dem "Antworten"-Knopf)
27.2.2015 : hier schon erste Impressionen von Riem: noch alles in Winterruhe, aber eine Mangoldwurzel treibt schon wieder aus und auch winzige blaue Blüten waren zu sehen ... (natürlich kein Vergleich zu den Krokussen am Tag davor ...).
Für die vielen Neulinge auf der -->Infoveranstaltung in Neuperlach : die Pfefferminze (ein Un.. äh Beikraut) auf dem Bild erwähne ich lieber nicht :-)
( -->Ackerbericht Riem 2014 , -->Ackerberichte aller Standorte )
Die ultimative (weil gesetzliche) Quelle für Biosaatgut ist Organicseeds :
http://www.oekolandbau.de/erzeuger/pflanzenbau/allgemeiner-pflanzenbau/betriebsmittel/saatgutbeschaffung/
(Ich füge das noch in der Liste oben ein)
Campact-Unterschriftenaktion: keine Gülle ins Trinkwasser
Wir KrautgärtnerInnern dürfen keinen Mineraldünger verwenden, was schon einen guten Teil der Nitratbelastung des Wassers vermindert. Industrielle Massentierhaltung bringt an anderer Stelle allerdings noch Nitrat-Belastungen, die mit einer Düngemittelverordnung vermieden werden könnte.
https://www.campact.de/duengeverordnung/
5-Minuten-Info: (von CAMPACT kopiert) DüngeverordnungDie EU schlägt Alarm: Deutschland ist beim Nitrat im Grundwasser zusammen mit Malta Schlusslicht. Die jüngsten Zahlen zeigen: Der vorgeschriebene Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter Wasser wurde an mehr als der Hälfte aller von der EU überwachten Messstellen überschritten. Damit verstößt Deutschland gegen die Wasser-Rahmenrichtlinie der EU und bringt unser wertvollstes Nahrungsmittel in Gefahr. Agrarminister Christian Schmidt verhandelt mit den Bundesländern derzeit über Gegenmaßnahmen. Doch die Agrarindustrie läuft Sturm gegen strengere Regeln. Wir können unser Wasser retten - wenn wir Bürger/innen jetzt einschreiten und gegen Tierfabriken streiten.
Wo liegt das Problem, wenn zuviel Nitrat im Grundwasser ist?In Deutschland wird 70 Prozent des Trinkwassers aus Grundwasser gewonnen. Dabei lässt sich Nitrat nur unter großem Aufwand und hohen Kosten aus dem Grundwasser filtern. Noch behelfen sich die Wasserwerke damit, stark nitrathaltiges Wasser mit weniger belastetem Wasser zu vermischen und so den Schnitt zu senken. Andere bohren immer tiefere Brunnen. Doch beides ist langfristig keine Lösung. Wenn die Politik nicht handelt, landet über kurz oder lang zu viel Nitrat im Trinkwasser.
Nitrat im Trinkwasser schädigt unsere Gesundheit. Bei Säuglingen wird Nitrat im Magen in giftiges Nitrit umgewandelt, das den Sauerstoffgehalt im Blut senkt und zu einer lebensgefährlichen Blausucht führen kann. Aber auch Erwachsene sind betroffen. Im Magen verbinden sich Nitrite mit Aminen zu Nitrosaminen. Diese können schon in winzigen Mengen Krebs erzeugen.
Woher kommt das viele Nitrat im Grundwasser?Landwirte bringen mineralischen Dünger und Wirtschaftsdünger (Gülle und Mist) auf ihre Felder aus, um die Ernte zu steigern. Doch seit einiger Zeit gilt die Devise Je mehr, desto besser nicht mehr. Denn wenn zu viel Stickstoff im Boden landet, wird er als Nitrat in tiefere Bodenschichten ausgewaschen und landet irgendwann im Grundwasser. Nitrat im Grundwasser ist daher eine Folge der Gülleschwemme auf den Feldern.
Doch warum bringen die Landwirte dann nicht weniger Stickstoff auf die Felder? Der Grund ist einfach: Der Boom der industriellen Tierhaltung. Tierfabriken und Megaställe sind auf dem Vormarsch. Pro Jahr fristen in Deutschland 750 Millionen Tiere ihr Dasein in der Massentierhaltung. Tendenz steigend. Die Agrarindustrie will beispielsweise die Stallplätze für Masthühner in den nächsten Jahren um 60 Prozent erweitern. Ähnlich sieht es in der Schweinehaltung aus. Megaställe mit mehreren zehntausend Tieren sind keine Seltenheit mehr. Deren Exkremente wollen entsorgt werden. Die Agrarindustrie kippt die Gülle auf die Felder und was die Pflanzen nicht aufnehmen können, geht größtenteils ins Grundwasser.
Die Energieerzeugung durch Biomasse verstärkt das Problem. Die Gärreste aus den Biogasanlagen müssen nach geltendem Düngerecht nicht vollständig angegeben werden. Die Folge: Die Überschüsse an Gülle werden teils als Biogas-Gärreste getarnt auf den Äckern verklappt. Die Anzahl der Anlagen hat sich in den vergangenen 10 Jahren vervierfacht. Auch dies trägt zu der Nitratschwemme im Boden bei.
Die Bundesregierung ist gerade dabei, die Düngeverordnung zu ändern. Wird das das Problem lösen?Bislang scheut die Bundesregierung den Konflikt mit der Agrarindustrie. Erst als die EU-Kommission wiederholt mahnte und mit einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof drohte, kam Bewegung in die Sache. Lange versuchte die Regierung, mit der Kommission einen Weg auszuhandeln, wie die Dünge-Regeln möglichst wenig verschärft werden könnten, ohne eine Klage zu riskieren. Jetzt hat Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt einen Vorschlag für eine neue Düngeverordnung vorgelegt.
Und dieser Entwurf löst das Problem nicht:
Christian Schmidts Entwurf für eine neue Düngeverordnung ist schlicht unzureichend. Der Sachverständigenrat für Umweltfragen fordert schärfere Regeln für die Düngung.
Was sollte die Bundesregierung tun?Bei der letzten Reform der Düngeverordnung im Jahr 2006 wurden die Regeln für das Ausbringen von Gülle massiv abgeschwächt. Profitiert haben die großen Agrarkonzerne. Unter anderem wurde die so genannte Hoftorbilanz abgeschafft. Außerdem werden Verstöße seitdem nicht mehr bestraft. Beides müsste zunächst rückgängig gemacht werden.
Bei der Hoftorbilanz geht es darum, dass alle Nährstoffzugänge und Abgänge eines Betriebes erfasst werden. So kann ein/e Landwirt/in selbst viel einfacher kontrollieren, wie es um die Stickstoffbilanz bestellt ist. Seit ihrer Abschaffung gilt die Feld-Stall-Bilanz. Dabei bleibt aber einiges außen vor, etwa der Stickstoff, der über die Luft entweicht. Daher muss in einem ersten Schritt die Hoftorbilanz wieder eingeführt werden.
Dann muss sichergestellt werden, dass die a bsolute Obergrenze von 170 Kilogramm Stickstoffdüngung , die pro Hektar und Jahr erlaubt sind, auch wirklich alle in der Hoftorbilanz erfassten Stickstoffquellen reguliert. Dazu gehören dann Gülle, Jauche, Mist, Biogassubstrat, Kompost, Lufteinträge und mineralischer Dünger. Außerdem muss die Aufbringung von Dünger im Winter für mindestens 4 Monate verboten sein. Zu dieser Zeit nimmt der Boden den Stickstoff viel schlechter auf.
Schließlich helfen all diese Regeln aber nicht, wenn ihre Einhaltung nicht kontrolliert werden. Verstöße müssen daher überprüft und als Ordnungswidrigkeiten geahndet werden.
Über die Düngeverordnung hinaus braucht es weitere Maßnahmen: Es dürfen keine neuen Tiefabriken genehmigt werden und die Anzahl der Tiere, die ein Betrieb halten darf, muss an die Fläche seines Grün- und Ackerlandes gekoppelt sein.
Warum wehrt sich die Agrarindustrie gegen ein schärferes Düngerecht?Die Agrarindustrie klagt bereits jetzt über steigende Kosten. Sie behauptet: Wenn die zulässige Stickstoff-Menge pro Hektar begrenzt wird, müsste mehr Gülle in andere Regionen exportiert werden - was nebenbei den Verkehr weiter verstärkt. Oder die Bodenpreise steigen, weil jede Tierfabrik mehr Fläche braucht, um ihren Müll abzuladen. Damit zeigt das Thema Überdüngung : Die industrielle Tierproduktion, die billiges Fleisch auf Kosten von Tier und Umwelt produziert, ist nicht nachhaltig. Das Problem lässt sich nur lösen, wenn wir das Wachstum der Megaställe bremsen und umkehren.
Dafür bietet die derzeit verhandelte Düngeverordnung einen guten Hebel . Während die Politik die Agrarindustrie sonst einfach gewähren lässt, steht sie hier unter Druck, tatsächlich etwas zu ändern. Unsere Chance, um den Tierfabriken den Hahn abzudrehen.
Wie können wir die Politik zu strengeren Düngeregeln bewegen?Die Gelegenheit ist günstig. Weil Deutschland die Überarbeitung des Düngerechts zu lange vor sich hergeschoben hat, hat die EU ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet. Wenn die Regierung nicht bald einen Entwurf für eine neue Düngeverordnung vorlegt, der die Kommission zufriedenstellt, drohen erhebliche Strafen. In einem ähnlichen Fall musste Frankreich schon einmal 120.000 Euro Bußgeld pro Tag zahlen.
Von unten wiederum drängeln die Länder. Gerade die Bundesländer mit grüner Regierungsbeteiligung wünschen sich schärfere Regeln. Mit einem Bundesratsbeschluss haben sie die Regierung bereits im vergangenen Jahr zum Handeln aufgefordert. Und sie haben Verhandlungsmacht: Am Ende müssen sie der Düngeverordnung zustimmen.
Wenn es jetzt gelingt, ausreichend öffentlichen Druck auf die Regierung aufzubauen, steigt die Verhandlungsmacht der Länder weiter so dass die Regierung schließlich Ernst machen muss und der Agrarindustrie den Güllehahn abdreht.
- Jetzt Appell unterzeichnen...
Weitere InformationenHallo Julia,
Erfahrung hab ich nicht viel (ich rupfe auch das meiste aus, das ich nicht kenne; von Franzosenkraut, Vogelmiere, Wegerich hab ich gehört, dass man sie essen kann (Franzosenkraut und Miere hab ich schon probiert: scheckt sehr grün ;-) ...), insbesondere in Smoothies (aber lieber noch mal -->nachrecherchieren )), aber mir fällt dazu folgendes Event in BAL ein: -->Wildkräuterführung in Berg am Laim .
Man muss leider schon etwas aufpassen: eine Krautgärtnerin wies mich ja letzte Saison hin, dass ich ohne Zutun ein giftiges Beikraut auf meiner Parzelle hatte ... -->Link zum Ackerbericht Riem .
Es gibt ein Buch: "Essbare Wildkräuter und ihre giftigen Doppelgänger" (Kosmos Naturführer, ich füge es mal zu unserer Bücherliste hinzu. Ich hab das Buch und kann es mal zu einem -->ÖBZ Sonntagcafé ( -->vergangene ) mitnehmen, wenn Interesse besteht.
Viele Grüße,
Jonas
Ja die einzige Rechnung im Jahr auf die ich ganz gespannt warte ist heute bei mir angekommen! Jetzt würd ich am liebsten schon loslegen. Bis dahin muss ich mich halt weiter damit begnügen die Samenkataloge zu wälzen:)
"Wir sind am Limit"
Wenn wir weiter ungebremst wachsen, nehmen wir große Risiken in Kauf, meint der Klimaexperte Will Steffen. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos wird heute seine Studie zu den ökologischen Grenzen unseres Planeten vorgestellt. Zusammen mit 18 Wissenschaftlern warnt er, dass es schon in den nächsten 80 Jahren zu einem grundlegenden Wandel von Klima- und Ökosystemen kommen könnte.
...
http://www.klimaretter.info/forschung/hintergrund/18024-die-wirtschaft-muss-grundlegend-umdenken
Hurra, auch bei mir ist gerade der Brief angekommen.
LG
KATJA
Film von Compact zu TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership)
Betrifft uns KrautgärtnerInnen auf vielen Gebieten: TTIP ist gegen Regulierung gerichtet,
bringt uns also möglicherweise privatisiertes Wasser, Behinderung von Bio, Gentechnik,
Saatgutkontrolle, Gift im Essen, Fracking, ..
Appell gegen TTIP (1,3 Mio haben bereits unterschrieben) :
https://www.campact.de/ttip-ebi/ebi-appell/teilnehmen/
Hallo Katja,
dass es mitten drin ist, kommt daher, das ich auf etwas mittendrin geantwortet habe. Ich wollte es beisammen haben, damit man nicht jedes Jahr neu suchen muss, wann denn der Brief letztes Jahr kam.
Ok, wenn noch niemand etwas hat, muss ich auch noch nicht beunruhigt sein :-)
Viele Grüße,
Jonas.
PS: eine E-Mail-Benachrichtigung zu einer Diskussion/Blog kommt
1) wenn man an einer Diskussion bereits beteiligt war (oder Antwort auf Blog)
2) oder wenn eine neue Diskussion in einer Gruppe begonnen wurde in der mal Mitglied ist.
3) oder wenn man auf "Folgen" geklickt hat (links neben dem "Antworten"-Knopf)