Notizen aus den Krautgarten-Informationsveranstaltungen vom 2012
(für die Krautgärten der Stadtgüter München, SGM, Riem; gilt nicht für private Krautgärten):
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Notizen von 2013: -->Link
Notizen von 2014: -->Link
Notizen von 2015: -->Link
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Hier ein paar Links und Notizen zu den Themen der Infoveranstaltung (siehe -->Veranstaltungen ). Natürlich kann in ein paar Stichpunkten nicht der ganze Vortrag und alle Fragen der KrautgärtnerInnen wiedergegeben werden, bitte ggf. selber ergänzen.
Die Bioland-Richtlinien im Einzelnen: http://krautgarten.ning.com/forum/topics/bioland-richtlinien
Allgemeine Bioland-Info (Organisch-biologische Wirtschaftsweise) : http://de.wikipedia.org/wiki/Ökologische_Landwirtschaft#Organisch-b... bzw. die -->allgemeinen Links hier im Forum dazu ( Hinweise - INFO -Link auf der Hauptseite).
Wer weitergehendes Interesse hat: Bioland Jahrestagung 2012 : -->Link .
Die erwähnten Bilder von Herrmann Pennwieser (der auf der Jahrestagung sprach) habe ich im Netz leider nicht gefunden (Steine und Regenwürmer vergrössert). Hier ersatzweise Wiki-Artikel: http://de.wikipedia.org/wiki/Regenwürmer und http://de.wikipedia.org/wiki/Stein Und hier noch ein ganz netter, teilweise animierter, ins Deutsche übersetzter Flash-Kurs der Universität von Tromsö darüber was Gestein ist, usw. -->Link .
Notizen :
Es wurde gebeten, die Steine nicht vom Acker zu entfernen (wenn sie stören, nur zur Seite räumen (manche "pflastern" ihre Wege damit :-) ...), wegen ihrer Funktion im Boden (Mineralien, Ort für Mikrolebewesen, Wärmespeicher, Bodenstruktur, ...): die Steine sind aus mikroskopischer Sicht nicht glatt, sondern voller Lamellen ... Und die grossen Steine kann man eh gut gebrauchen, um das Vlies zu beschweren (Vlies siehe unten).
Das Gut Riem sprach von Bodenfruchtbarkeit durch Gründüngung ohne kommerziellen, gekauften "Handels"-Bio-Dünger: man könne auch 1-jährigen Klee einsääen und ab 10 cm abschneiden und als Mulch verwenden, oder Senf, usw. Düngung mit Handelsdünger ist meist nur bei Starkzehrern nötig (falls überhaupt): es wird bereits Kompost in den Acker eingearbeitet. Der Kompost kommt vom Obergrashof und Gut Karlsfeld (Grünschnitt und Mistkompost, regelmässig kontrolliert auf Schwermetalle, usw.). Konventionelle Küchenabfälle darf man nicht auf den Acker einarbeiten (bei Resten von Gemüse aus der Biokiste muss ich erst noch fragen ...). Hier auch noch der Link zum bei der Veranstaltung ausliegenden Informationblatt der LWG zur Düngung (nicht bio-spezifisch: der jeweils konkrete Dünger (Produkt oder selbstgemacht) muss gemäß den Bioland-Richtlinien zugelassen und angewendet werden, im Zweifel immer am Krautgartentelephon fragen): --> Link zum Infloblatt . PS (19.6.2012: -->Link zu weiteren Hinweisen zur Düngung im Forum). PS (14.7.2012): siehe auch das -->eingescannte Informationsblatt unten zum Saatgut für Gründüngung vom zweiten Jungpflanzenverkauf.
Das Kompostbeet ist für die Erntereste (Quecken evtl. in den Hausmüll entsorgen): der Kompostberg, der sich an einigen Standorten bei den Brunnen oder der Werkzeugkiste "gebildet" hat ist unerwünscht. (Bemerkung: der Kompost auf dem Kompostbeet kann nach meiner - Jonas - Erfahrung auch die Schnecken vom weiterwandern auf die inneren Beete abhalten). Pflanzen solle man auf dem Kompostbeet nichts: dort fährt der Traktor durch und arbeitet die Reste in den Boden ein (Pflanzen verloren).
Das Gut Riem sagte auch, man solle die Fläche nutzen (früh genug ernten und nachpflanzen) oder wenn man sie nicht mehr nutzt, dann einsäen (1 jährige Gründüngung (abschneiden bevor sie Samen abwerfen), Blumen, ...). Karotten könne man z.B. schon nach drei Monaten anfangen zu ernten, d.h. ab Juli (natürlich je nach Witterung, usw.). Man solle die Fläche auch die ganze Saison pflegen , das erleichtere dem nächsten Jahrgang die Arbeit (z.B. Quecken, Disteln, ...).
Bitte die Kartoffelkäfer absammeln (haben keine natürlichen Feinde), damit sie nicht überhand nehmen (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Kartoffelkäfer ). Die orangen Gelege auf der Blattunterseite könne man evtl. mit den Gelegen von Nützlingen verwechseln (Bemerkung Jonas: ich hab mal einen Kartoffelkäfer beim Legen gesehen: die Farbe erinnert an den Kartoffelkäfer selbst; ich selber fand die Beseitigung der Gelege sehr effizient: wenn die Larven bereits heraus sind, kostet es viel mehr Arbeit; hier eine Fundstelle im Netz dazu: "Auch gegen die Eiablage lautet die Devise: Absammeln. Dabei ist besondere Vorsicht geboten, denn die Gelege des Kartoffelkäfers unterscheiden sich nur in der Farbe von den Gelegen der Marienkäfer. Während der Kartoffelkäfer orange-rötliche Eiablagen hinterlässt, sind die Eiablagen der Marienkäfer eher gelblich. Die Eigelege an der Blattunterseite sollten einfach zerdrückt werden. Hierbei ist Gründlichkeit gefragt, denn ein Käferweibchen kann innerhalb von zwei Monaten 400 bis 2.000 Eier legen." Quelle: http://www.kgv-ostecke.de/kartoffelkaefer.html ; Siehe auch -->Sammlung zu Nützlingen/Schädlingen hier im Forum).
Bei Karotten und Kartoffeln solle man die Beete anhäufeln (bei Karotten gegen die Karottenfliege, bei Kartoffeln, wenn sie aus der Anhäufung herauswachsen.
Gegen frühzeitiges schiessen/schossen (z.B. von Spinat und Radieschen und Rettich) nützt ein Vlies , indem es Nachts die Temperatur nicht so stark abfallen lässt. Zur allgemeinen Vlies-Nutzung hat auch die Gartenakademie ein Dokument (online, siehe - ->Link ), auf das das Gut Riem ebenfalls hinwies. Das Gut Riem wies auch darauf hin, dass Mulchfolie und Vlies sich nicht zersetzt und am Ende der Saison entfernt werden muss und insbesondere nicht am Kompostbeet entsorgt werden kann (wer mag schon im nächsten Jahr Plastik in seiner Parzelle haben ...). Vlies ist ebenfalls das Mittel der Wahl gegen die weisse Fliege (Kohlpflanzen). Abwaschen ist auch möglich, siehe -->Link, Punkt 9 .
Um eine pflegliche(re) Behandlung der Werkzeuge und Giesskannen wird gebeten: Werkzeuge sauber in die Kisten zurück. (Bemerkung Jonas: ich habe die Gieskannen oft auf eine Seite der Kiste geräumt, die Werkzeuge auf die andere: das spart Platz und zerdrückt die Giesskannen nicht). Defekte der Werkzeuge oder des Brunnens, usw. bitte an die Krautgarten-Organisation melden (oder selber reparieren: ich hab z.B. einfach einen festen Draht für den verschwundenen Bolzen des Brunnens eingesetzt).
Zum Pflanzplan 2012 ( Korrektur siehe unten: eingescannter Pflanzplan 2012, endgültige Form ) : Mangold wird vermutlich weiß sein, bunten Mangold kann man als Jungpflanzen kaufen. Erbsen sind diesmal im Standard enthalten. Kartoffeln werden vermutlich Nicola und Laura sein, seltene Sorten werden beim Jungpflanzenverkauf angeboten. Statt Blumenkohl gibt es Lauch. Die Fruchtfolge wird diesmal verändert ein: Kartoffeln innen, usw. freies Beet/Kräuter aussen (d.h. umgekehrte Reihenfolge der Beetreihenfolge gegenüber 2011, siehe Schema unten). Die Karotten sind Lagermöhren und Waschmöhren (früher reif). Wer mehr Kartoffeln mag: das Gut Riem hat Kartoffeln zum Selberklauben im Herbst (wird hier in den Veranstaltungen angekündigt): da kann man so viele haben, dass sich das Einlagern lohnt.
Das Selberpflanzen der Jungpflanzen hat nicht nur mit den Kosten zu tun, sondern auch mit dem Wässern (und den Unbilllen des Frostes ...): die Jungpflanzen brauchen Wasser. Über Lösungen wird nachgedacht, aber bis auch weiteres ist es so, dass man einen Teil der Pflanzen selbst einpflanzen muss.
Die Zaunpflege liess in 2011 zu wünschen übrig: bitte den Zaun mit Eigenpflege auch wirklich selber pflegen (nicht zuwachsen lassen, usw.).
Die Übergabe der Parzellen wird voraussichtlich letzte/vorletzte Woche April sein. Eine Benachrichtigung kann aber erst erfolgen, wenn die Wetterlage klar ist und die Bestellung der Äcker beschlossen ist. Ende Juli wird es wieder einen zweiten Jungpflanzenverkauf geben, wie in 2011 (Liste der Pflanzen von 2011, siehe -->Link ). Säumige Zahler, die auf die inzwischen ausgegangene Mahnung nicht reagieren, werden keine Parzelle erhalten.
Ein Lob wurde für die sparsame Verwendung von Wasser in 2011 ausgesprochen: bitte weiterhin so sparsam sein! Weniger oft aber dann richtig giessen fördert auch das Wurzelwachstum.
Der angegebene Aufwand (2-3h pro Woche für 30qm) ist ein Mittelwert : anfangs muss man mehr Zeit rechnen, da der Beikraut-Druck höher ist (die Nutzpflanzen sind noch nicht gross) und anfangs (im Zweiblattstadium) sind die Beikräuter auch leichter zu entfernen (man kann diese auch (ausser Pflanzen wie Quecken, die auch aus kleinsten Wurzelstücken wieder austreiben) am Beet als Gründüngung liegen lassen. Für die meisten Beikräuter reicht hacken, nur für Tiefwurzler wie Disteln und Quecken muss man die ganze Wurzel ausgraben.
Zu den Kriebelmücken gab es keinen Hinweis auf eine Möglichkeit, das gärtnerisch einzudämmen, nur den Hinweis auf passive Schutzmassnahmen. Aus dem Publikum (in Neuperlach) kam der Hinweis auf Zedan, ein biologisches Insektenschutzmittel, das in Naturkostläden/Biosupermärkten erhältlich ist, siehe auch die Diskussion ( -->Link ) hier im Forum.
Saatgut, Jungpflanzen und Dünger müssen das Biosiegel haben (Siegel-Info siehe ganz unten bei den -->allgemeinen weiterführenden Links ) oder gemäß den Bioland-Richtlinien in der Bioland Betriebsmittelliste 2012 enthalten sein: diese Liste ist leider nicht online: ob ein konkretes Produkt da drin ist, kann man am Krautgarten-Telephon nachfragen: -->Link .
Nachtrag, einige Stichpunkte aus dem Schreiben der Krautgarten-Organisation (vom 30.5.2012) :
- Vertragsgrundlage sind die -->Bioland-Richtlinien d.h.
- Jungpflanzen und Saatgut müssen das Bio-Siegel haben ( -->Bezugsquellen )
- Kunstdünger ist verboten, anderer Dünger muss das Bio-Siegel haben und unterliegt den Mengenbegrenzungen der Bioland-Richtlinien
- Konventionelle Gartenchemie ist verboten. Pflanzenschutzmittel (auch biologische) bedürfen vor Anwendung einer Indikation durch die Krautgarten-Organisation ( -->Krautgartentelephon )
- Es wird aufgefordert, die Parzellen nicht verunkrauten zu lassen (Erinnerung an 2-3h Arbeit bei 30qm)
- Kompost bitte auf das Kompostbeet (nicht Teil der Parzelle!), direkt hinter die Pfosten
Bezugsquellen für Bio-Saatgut und -Jungpflanzen wurden hier schon gesammelt: -->Bezugsquellen
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Meine eigenen Hinzufügungen:
Zur Bebauung von möglichen Ackerflächen kann man sich bei der Stadt erkundigen und mitteilen (oder politischen Druck machen) dass diese nicht verschwinden sollen oder sogar erweitert werden können. Bei einem Gespräch nach einer Infoveranstaltung in Riem gab es von einer Krautgärtnerin auch noch den Hinweis auf eine Bürgerinitiative, die sich gegen die Verdichtung und unmässige Bebauung wendet (ich habe leider keinen Link).
Damit die Neulinge sich das mit den Schnüren besser vorstellen können, hier noch mal ein Bild aus meiner ersten Saison :
Und wer es lieber schematisch mag, aber Vorsicht: das ist der Pflanzplan von 2011 , der Pflanzplan von 2012 wird anders sein!!!: die Pflanzenzahlen beziehen sich auf eine 30qm Parzelle:
Wenn jemand weitere Notizen hat, bitte gerne ergänzen ...